Berlin (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland (BUND) hat mit seiner kürzlich gestarteten ToxFox-Kampagne
zu hormonell wirksamen Chemikalien in Kosmetikprodukten ein erstes
Einlenken der Kosmetikindustrie erwirkt. Die Penaten-Herstellerfirma
Johnson&Johnson kündigte am Freitag über die Facebook-Seite von
Penaten an, bis Mitte 2014 auf hormonell wirksame Parabene in
Babyprodukten verzichten zu wollen.
Der Konzern war zuvor massiv
unter Druck geraten, da die Penaten Baby Wundschutzcreme Propylparaben
enthält - ein hormonell wirksamer Stoff, der in Tierversuchen zu einer
verminderten Spermienqualtität geführt hat. Das Konservierungsmittel ist
deshalb in Dänemark für Babyprodukte bereits verboten. Von Penaten
enttäuscht, startete die Berliner Mutter Caroline Rosales gemeinsam mit
dem BUND eine Online-Petition über die Plattform www.change.org.
Innerhalb von nur einer Woche forderten über 25000 Menschen
Johnson&Johnson auf, auf Parabene in seinen Produkten zu verzichten.
Jurek Vengels, BUND-Chemieexperte: "Tausende Protestmails wütender Verbraucher haben Wirkung gezeigt. Kein Unternehmen
kann es sich heute leisten, Chemikalien einzusetzen, die die Gesundheit
gefährden können. Wir fordern Johnson&Johnson auf, seine
Ankündigung schnellstmöglich umzusetzen, und zwar nicht nicht nur für
Babyprodukte, sondern für alle Produkte."
Insgesamt sei knapp ein
Drittel aller Kosmetikprodukte auf dem deutschsprachigen Markt mit
hormonähnlichen Stoffen belastet. Dies hatte eine Auswertung der
Inhaltsstoffe von mehr als 60000 Körperpflegeprodukten ergeben, die der
BUND Ende Juli in einer Studie veröffentlicht hatte.
Alle
Kosmetikhersteller seien aufgerufen, ihre Produkte sicherer zu machen,
allen voran der deutsche Marktführer Beiersdorf mit seiner Kernmarke
Nivea, sagte Vengels. "Fast jedes zweite Produkt von Beiersdorf enthält
hormonähnliche Chemikalien, die u.a. mit Hoden- und Brustkrebs oder
einer verfrühten Pubertät in Verbindung gebracht werden. Ausgerechnet
viele Nivea-Produkte schneiden in Punkto vorsorglichem Gesundheitsschutz
schlecht ab. Wir fordern Beiersdorf auf, hormonell wirksame Stoffe aus
seiner gesamten Produktpalette zu verbannen", sagte Vengels.
Um
Verbrauchern die Möglichkeit zu geben, sich selbst besser vor
potentiellen Gesundheitsschäden zu schützen, bietet der BUND seit Ende
Juli kostenlos eine Kosmetik-App für das iPhone an. Die ToxFox-App spürt
hormonell wirksame Chemikalien in Kosmetikprodukten auf. Zudem kann
über die App eine Protestmail an die Hersteller versendet werden.
Vengels:
"Die ToxFox-App wurde bereits über 125000 mal heruntergeladen. Über
30000 Protestmails wurden über die App an Hersteller versendet und über
drei Millionen Kosmetikprodukte mit ihr gescannt. Der Erfolg der App
zeigt, wie stark das Bedürfnis der Verbraucher nach sicheren Produkten
ist."
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